BAFU bewilligt Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Kartoffeln
Bern, 05.05.2026 — Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat einen Freisetzungsversuch von Agroscope mit gentechnisch veränderten Kartoffeln unter Auflagen bewilligt. Den Kartoffeln wurde ein Gen aus einer Wildkartoffel eingefügt, um sie resistenter gegen die Kraut- und Knollenfäule zu machen.
Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, hat am 29. Januar 2026 beim BAFU ein Gesuch für die versuchsweise Freisetzung von gentechnisch veränderten Kartoffeln eingereicht. In die Kartoffeln wurde ein Cisgen aus einer Wildkartoffel eingeführt, das eine verbesserte Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule verleiht. Mit diesem Versuch will Agroscope Erkenntnisse zum Verhalten der Kartoffeln unter Feldbedingungen gewinnen. Der Versuch soll von Frühjahr 2026 bis Herbst 2030 dauern und auf der Protected Site am Standort Reckenholz (ZH) von Agroscope durchgeführt werden.
Das BAFU hat den Freisetzungsversuch bewilligt. Gleichzeitig hat es Massnahmen festgelegt, die Agroscope treffen muss, damit sich kein gentechnisch verändertes Material ausserhalb des Versuchsgeländes verbreiten kann. Diese Auflagen sind vergleichbar mit den Massnahmen, die bei früheren Versuchen mit gentechnisch veränderten Kartoffeln in der Schweiz verfügt wurden.
In der Schweiz besteht für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken eine Bewilligungspflicht. Die landwirtschaftliche Produktion ist aufgrund eines Moratoriums bis Ende 2030 verboten.