Bundesrat legt Bedeutung neuer Technologien für die Verteidigung dar
Bern, 19.06.2026 — Angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der rasanten technologischen Entwicklung ist es für die Schweiz zentral, sicherheitsrelevante Technologien im eigenen Land zu erhalten und aufzubauen. An seiner Sitzung vom 19. Juni 2026 hat der Bundesrat in diesem Sinne den Bericht «Neu entstehende Technologien in der Verteidigung» in Erfüllung des Postulats 24.3231 der Mitte-Fraktion gutgeheissen. Der Bericht liefert eine Übersicht über bestehende Initiativen zur Förderung der sicherheitsrelevanten Forschung, Entwicklung und Innovation in der Schweiz.
Die strategische Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Industrie und Verwaltung im Bereich der sicherheitsrelevanten Forschung, Entwicklung und Innovation soll weiter vorangetrieben werden. Dadurch wird die inländische Entwicklung von sicherheitsrelevanten Technologien gestärkt. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren und die Autonomie der Schweiz im Rüstungsbereich zu erhöhen. Damit kann ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit geleistet werden. Gleichzeitig erhöhen die Massnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der sicherheitsrelevanten Technologie- und Industriebasis (STIB).
Der vorliegende Bericht «Neu entstehende Technologien in der Verteidigung» in Erfüllung des Postulats der Mitte-Fraktion (24.3231) liefert eine Übersicht über bestehende und geplante Aktivitäten. Die meisten Aktivitäten werden im Rahmen der Rüstungspolitischen Strategie des Bundesrats vom 20. Juni 2025 umgesetzt. Eines der fünf übergeordneten Ziele dieser Strategie ist, dass die Schweiz ihre Beurteilungs- und Entwicklungsfähigkeit für neue Technologien im Inland erhöht und diese für die Armee nutzbar macht. Dazu sieht die Strategie unter anderem die Priorisierung von sicherheitsrelevanten Schlüsseltechnologien in der Schweiz sowie die Stärkung von sicherheitsrelevanter Forschung, Entwicklung und Innovation im Inland vor.
Bestehende Initiativen weiter ausbauen
Im Rahmen der Umsetzungsarbeiten der Rüstungspolitischen Strategie wird beispielsweise der Anteil des Armeebudgets für Forschung und Entwicklung schrittweise bis zum Jahr 2030 auf 2 Prozent erhöht. Das VBS plant bis 2028 die Entwicklung eines neuen Kooperationsprogramms mit dem ETH-Bereich um Synergien im zivilen, militärischen und Dual-Use-Bereich noch besser zu nutzen. Gleichzeitig planen armasuisse und Innosuisse ein Förderprogramm im Rahmen der Flagship Initiative von Innosuisse. Diese gemeinsame Ausschreibung soll Innovationen im Bereich Sicherheit und Verteidigung fördern.
Des Weiteren verfolgt armasuisse auch in spezifischen Technologiebereichen eine enge Zusammenarbeit mit Innovationstreibern aus dem militärischen und zivilen Bereich. Dies umfasst beispielsweise im Bereich der Drohnentechnologie die Aktivitäten der Taskforce Drohnen und dem Schweizer Drohnen- und Robotikzentrum.