Die Schweiz und Indien stärken bei Präsidialbesuch ihre Beziehungen in mehreren Politikfeldern
Bern, 05.10.2026 — Bundespräsident Guy Parmelin ist am Montag, 5. Oktober 2026, in Neu-Delhi mit der indischen Präsidentin Draupadi Murmu, Premierminister Narendra Modi und weiteren Mitgliedern der indischen Regierung zusammengekommen. Das Gespräch mit Premierminister Modi war insbesondere dem wirtschaftlichen Austausch und der Zusammenarbeit in Bildung und Forschung gewidmet. Die Schweiz und Indien schlossen zudem zwei Abkommen: eines im Bereich der Migration und eines zum Austausch junger Fachkräfte.
Die Schweiz und Indien, die 2028 das 80-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen begehen, sind heute so eng verbunden wie noch nie. Vor diesem Hintergrund ist Bundespräsident Guy Parmelin zu einem Staatsbesuch in Neu-Delhi eingeladen worden. Das Gespräch mit Premierminister Modi war unter anderem der Handelspolitik gewidmet, zumal der Besuch den ersten Jahrestag des Inkrafttretens des Handels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (TEPA) zwischen Indien und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) markiert.
Beide Seiten würdigten das starke positive Signal, das TEPA in einer Zeit globaler Unsicherheit aussendet. Die Umsetzung des Abkommens gehe planmässig vonstatten, hiess es. Der Bundespräsident betonte das grosse Interesse von Schweizer Unternehmen am indischen Markt. Erörtert wurden in diesem Zusammenhang auch die fortgeschrittenen Verhandlungen für ein neues bilaterales Investitionsschutzabkommen und die Gespräche zum Schutz des geistigen Eigentums. Die Wissenschaftszusammenarbeit kam ebenfalls zur Sprache. Der Bundespräsident unterstrich, dass die Partnerschaft auch in diesem Bereich weiter ausgebaut und gestärkt werden soll.
Migration, Mobilität und Austausch junger Berufsleute
Beide Seiten würdigten zudem den Abschluss zweier Abkommen, eins zur Migration und eins zum Austausch junger Fachkräfte, die vom Staatssekretariat für Migration (SEM) ausgehandelt wurden. Das Abkommen zur «Migration and Mobility Partnership» formalisiert die bereits enge Migrationszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Indien und stärkt den Austausch in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Arbeitsmarkt sowie die legale Mobilität. Es umfasst zudem die Rückübernahme ausreisepflichtiger Staatsangehöriger und die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung irregulärer Migration, Menschenhandel und Dokumentenfälschung. Das Abkommen über den Austausch von Berufsleuten ermöglicht jungen Staatsangehörigen beider Länder einen Ausbildungs- oder Weiterbildungsaufenthalt im jeweils anderen Staat und fördert ihre beruflichen sowie sprachlichen Kompetenzen.
KI-Gipfel, Demokratie und Multilateralismus
Bei den internationalen Themen besprachen Bundespräsident Parmelin und Ministerpräsident Modi die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Die Schweiz sieht den KI-Gipfel von Genf im Frühling 2027 in einer Linie mit dem Gipfel, den Indien dieses Jahr durchgeführt hatte, erklärte der Bundespräsident. Er betonte die Stellung Indiens als bevölkerungsreichste Demokratie der Welt in der globalen Debatte und unterstrich den Wert der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und freier Medien für die demokratische Resilienz. Zudem kamen die Geopolitik, die UNO und der Multilateralismus sowie die Rolle des Internationalen Genf als grösste Plattform für die multilaterale Diplomatie zur Sprache.
Zum weiteren Programm des Bundespräsidenten, der von einer hochrangigen Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation begleitet wird, zählen Treffen mit Repräsentanten unterschiedlicher Wirtschaftssektoren und ein Besuch des Noida International Airport, der von einer Tochterfirma des Flughafens Zürich betrieben wird. Geplant ist zudem ein hochrangiger Anlass zur Wissenschaftszusammenarbeit. Zum Abschluss der Reise findet am Mittwoch, 7. Oktober, der zweite Indien-EFTA «Prosperity Summit» statt. Das Treffen bringt Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen und der Wirtschaft zusammen, um über neue Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten zu beraten.
Für Fragen zur Migration and Mobility Partnership und dem Abkommen zum Austausch junger Berufsleute: Kommunikation SEM, medien@sem.admin.ch
Zusätzliche Verweise: