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MedienmitteilungVeröffentlicht am 19. Juni 2026

Agenda Grundversorgung: Hausärztliche Versorgung stärken und auf mehr Schultern verteilen

Bern, 19.06.2026 — Die 2024 lancierte Agenda Grundversorgung hat zum Ziel, dass alle Menschen in der Schweiz auch in Zukunft Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung von hoher Qualität haben. Gemeinsam mit den im Bereich der Grundversorgung tätigen Akteuren und Organisationen wurde ein Fachbericht erarbeitet, der Handlungsbedarf, Ziele und mögliche Massnahmen aufzeigt. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Juni 2026 die Priorisierung jener Massnahmen verabschiedet, die unter der Federführung des Bundes sind. Der Fokus liegt einerseits darauf, den ärztlichen Nachwuchs zu fördern. Andererseits soll die hausärztliche Versorgung gestärkt und auf mehr Schultern verteilt werden.

Die Menschen in der Schweiz profitieren heute von einer guten Gesundheitsversorgung. Doch das Schweizer Gesundheitssystem steht unter Druck. Mit der Alterung der Bevölkerung nehmen chronische Krankheiten zu, wodurch die Nachfrage an ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen zunimmt. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel. Stark betroffen von dieser Entwicklung ist die Grundversorgung – dazu zählen u.a. Fachpersonen aus der Hausarztmedizin, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie, Pharmazie und Pflege.

Um die Grundversorgung in der Schweiz zu stärken, lancierte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider 2024 die Agenda Grundversorgung. 2025 wurde zusammen mit rund 80 Akteuren, die im Bereich der Grundversorgung tätig sind, ein Fachbericht erarbeitet, in dem die Themenbereiche und Massnahmen der Agenda festgelegt wurden. Der Bericht enthält insgesamt 18 Massnahmen. Für die Umsetzung der Massnahmen sind alle Akteure der Grundversorgung gefragt. An seiner Sitzung vom 19. Juni 2026 hat der Bundesrat nun die Priorisierung jener Massnahmen verabschiedet, die in der Federführung des Bundes liegen.

Grundversorgung breiter abstützen

Das erste der zwei Handlungsfelder der Agenda Grundversorgung setzt den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung bestehender Versorgungsmodelle und Berufsprofile im Bereich Grundversorgung. Dies mit dem Ziel, die Grundversorgung breiter abzustützen und die interprofessionelle Zusammenarbeit zu fördern. Dafür sollen unter anderem die Kompetenzen von nichtärztlichen Fachpersonen besser genutzt und entwickelt werden.

Im Rahmen der priorisierten Massnahmen in diesem Handlungsfeld soll beispielsweise die Rolle der medizinischen Praxisassistentinnen und -assistenten (MPA) so weiterentwickelt werden, dass sie die Ärztinnen und Ärzte in Haus- und Kinderarztpraxen noch besser entlasten können. Weiter sollen in den Pflegeheimen die ärztliche und pharmazeutische Versorgung verbessert werden. Zudem werden Grundlagen geschaffen, um die Hausarztpraxen zu entlasten, indem Menschen mit akuten Gesundheitsproblemen und dringenden Fragen Zugang zu angemessener Beratung und Behandlung ausserhalb der Hausarztpraxis erhalten, z.B. in Apotheken.

Nachwuchsförderung in der Hausarztmedizin

Das zweite Handlungsfeld der Agenda Grundversorgung setzt den Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung in der ärztlichen Grundversorgung und darauf, dass die Fachpersonen länger im Beruf bleiben. Die priorisierten Massnahmen in diesem Handlungsfeld umfassen deshalb primär Massnahmen, die auf Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsbedingungen fokussieren. So wird zurzeit in Umsetzung zweier parlamentarischer Vorstösse unter Federführung des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) geprüft, wie die Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin erhöht werden kann. Ergänzend wird ein Bericht zum Thema «Zukunft ärztliche Weiterbildung» erarbeitet. Er soll als Grundlage dienen, um die ärztliche Weiterbildung in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Pädiatrie, Psychiatrie, Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie weiterzuentwickeln.

Für die priorisierten Massnahmen mit Federführung Bund geht es nun in einer ersten Phase vor allem darum, mit den betroffenen Akteuren die nötigen Umsetzungsschritte zu konkretisieren. Verschiedene Akteure der Grundversorgung haben bereits ihre Bereitschaft gezeigt, für weitere Massnahmen der Agenda Grundversorgung die Federführung zu übernehmen. Die Umsetzung der priorisierten Massnahmen startet in diesem Jahr und soll bis Ende 2028 dauern.

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Agenda Grundversorgung