Zum Hauptinhalt springen

MedienmitteilungVeröffentlicht am 10. September 2026

Schienengüterverkehr trotz positiver Wirtschaftsentwicklung unter Druck

Bern, 10.09.2026 — Die Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 mehr Güter durch die Alpen transportiert als im Vorjahr. Das Wachstum fiel mit 3,1 Prozent jedoch weniger hoch aus als im Strassentransport. Der Anteil der Bahn am alpenquerenden Güterverkehr ging leicht zurück und beträgt neu 68 Prozent. Der Einzelwagenladungsverkehr in der Fläche transportierte im gleichen Zeitraum 8 Prozent weniger beladene Wagen. Das zeigen die Semesterberichte des Bundesamts für Verkehr (BAV) zu den beiden Verkehrsarten.

Beim Güterverkehr durch die Alpen profitierten im ersten Halbjahr 2026 sowohl Strasse als auch Schiene von der positiven Wirtschaftsentwicklung und einem wachsenden Gesamtmarkt. Dabei fiel der Zuwachs auf der Strasse deutlich höher aus als auf der Schiene. Der Bahnanteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr in der Schweiz betrug im ersten Halbjahr 68 Prozent, das sind 0.9 Prozentpunkte weniger als im ersten Semester 2025. Die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Alpen stieg im gleichen Zeitraum um rund 7 Prozent auf 511'000.  Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten am Ende des Jahres 2026 erstmals seit längerem eine Million wieder überschreiten wird.

Der Schienengüterverkehr auf der Nord-Süd-Achse wird weiterhin durch die vielen Baustellen, vor allem in Deutschland, beeinträchtigt. Eine Entspannung zeichnet sich erst ab ca. 2030 ab. Der Bundesrat sieht deshalb im Rahmen der laufenden Gesetzesrevision zum Gütertransport zusätzliche finanzielle Mittel für den Schienengüterverkehr durch die Alpen vor.

Einzelwagenladungsverkehr mit Verlust

Der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) ist ein zentrales Element des Schienengüterverkehrs in der Fläche (d. h. des Binnen-, Import- und Exportschienengüterverkehrs). Seit Anfang dieses Jahres unterstützt der Bund den EWLV finanziell. Damit will er eine Modernisierung ermöglichen und den EWLV mittelfristig in die Eigenwirtschaftlichkeit zurückführen.

Im Rahmen der finanziellen Förderung berichtet das BAV neu halbjährlich über die Entwicklung des EWLV. Die Anzahl beladener Wagen ging im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahressemester um 8 Prozent zurück. Die Kosten je beladenem Wagen stabilisierten sich. SBB Cargo erzielte im ersten Halbjahr im EWLV einen Verlust von 12 Millionen Franken bei Abgeltungen von 40 Millionen Franken.

Alpenquerender Güterverkehr - 1. Semesterbericht 2026

Einzelwagenladungsverkehr - 1. Semesterbericht 2026