Bundespräsident Parmelin an der EFTA-Ministerkonferenz in Reykjavik
Reykjavík, 22.06.2026 — Bundespräsident Guy Parmelin nahm am 22. Juni 2026 an der Ministerkonferenz der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) in Reykjavik teil. Die Ministerinnen und Minister der vier EFTA-Staaten würdigten die wichtigen Fortschritte mit Blick auf einen baldigen Abschluss der Verhandlungen eines umfassenden Freihandelsabkommens mit Vietnam. Island, Norwegen und die Schweiz unterzeichneten aktualisierte bilaterale Landwirtschaftsabkommen mit der Palästinensischen Behörde. Am Rande der Ministerkonferenz fand ein Arbeitstreffen zwischen Bundespräsident Parmelin und der isländischen Premierministerin Kristrún Frostadóttir statt.
Die Ministerkonferenz fand auf Einladung der Vorsitzenden des EFTA-Rats, der isländischen Aussenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir, in Reykjavik statt. Die Ministerinnen und Minister von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz tauschten sich über die laufenden Arbeiten und Perspektiven der EFTA aus. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten unterstrichen sie die Bedeutung eines offenen, regelbasierten internationalen Handelssystems sowie einer engen Zusammenarbeit zwischen den EFTA-Staaten.
Die Ministerinnen und Minister von Island, Norwegen und der Schweiz unterzeichneten zusammen mit dem palästinensischen Wirtschaftsminister, Mohammed Al-Amour, aktualisierte bilaterale Landwirtschaftsabkommen. Der Rahmen bildet das Interimsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und der Palästinensischen Behörde.
Die Ministerinnen und Minister nahmen die bedeutenden Fortschritte bei den laufenden Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Vietnam zur Kenntnis und würdigten die Errungenschaften auf dem Weg zu einem Abschluss der Verhandlungen. Sie bekräftigten ihre anhaltende politische Unterstützung und beauftragten die Verhandlungsteams, die Arbeiten mit Blick auf die Finalisierung der für einen Abschluss notwendigen Schritte in den kommenden Tagen fortzusetzen.
Die Ministerkonferenz bot ausserdem Gelegenheit, Bilanz über die jüngsten Entwicklungen im EFTA-Freihandelsnetzwerk zu ziehen. Die Ministerinnen und Minister sprachen sich ferner dafür aus, die Modernisierung bestehender Abkommen mit Kanada und Mexiko voranzutreiben und den Dialog mit weiteren strategisch wichtigen Partnern und Wirtschaftsblöcken zu vertiefen. Schliesslich bot die Ministerkonferenz die Gelegenheit, über die Beziehungen zwischen den EFTA-Staaten und ihre jeweiligen Beziehungen zur EU sowie über horizontale Themen zu diskutieren.
Am Rande der Ministerkonferenz fand zudem ein Meinungsaustausch mit dem Parlamentarierausschuss und dem Konsultativen Ausschuss der EFTA statt. Durch engen und regelmässigen Dialog und Konsultationen mit den EFTA-Beratungsgremien soll die Transparenz der Freihandelsprozesse weiter gefördert werden.
Mit der isländischen Premierministerin Kristrún Frostadóttir konnte Bundespräsident Parmelin die aktuellen europapolitischen Geschäfte in beiden Staaten besprechen. Die Premierministerin informierte über die im August in Island stattfindende Abstimmung über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Der Bundespräsident orientierte seinerseits über den laufenden Prozess und zum Stand der parlamentarischen Beratungen rund um das Paket Schweiz - EU. Weitere Themen des Gesprächs waren die aktuellen sicherheitspolitischen und handelspolitischen Herausforderungen der beiden EFTA-Staaten.